#20 Die Abreise

Donnerstag, 01.04.2021

Nun ist meine Zeit als Au Pair/ FSA vorbei. Ich bin dankbar für all die neuen Eindrücke, die ich gewonnen habe. Es war bestimmt nicht das perfekte Au Pair Jahr, wie man es sich gewünscht hätte. Dennoch bin ich mit meiner Zeit in Frankreich zufrieden und bereue keine der Entscheidungen, die ich in den letzten Monaten getroffen habe.

Heute war der Tag, an dem ich meine sieben Sache packen und mich zum Bahnhof aufmachen musste. Es war schon ein komisches Gefühl, als ich mein leeres Zimmer und den gepackten Koffer betrachtet habe.

Im Nachhinein sind die letzten sieben Monate einfach unglaublich schnell verflogen und trotz Corona habe ich so viel erleben dürfen, was mich diese Zeit in guter Erinnerung behalten lässt.

Natürlich gab es Vieles, was nicht so toll gelaufen ist und mich häufig runtergezogen hat. Das sind aber Dinge, die zur Zeit fast alle betreffen und daher nicht spezifisch etwas mit meiner Au Pair Arbeit zutun haben (Kontaktbeschränkungen, geschlossene Kultureinrichtungen, Reiseverbote/-warnungen).

In der Summe war diese Au Pair Erfahrung für mich sehr positiv und hat mir auch viel Spaß bereitet. Ich kann es jeder/jedem, die/der überlegt ein Au Pair Jahr zu machen, nur ans Herz legen, diese Chance zu nutzen, in eine fremde Kultur einzutauchen. Es bringt einen persönlich enorm weiter und man kommt am Ende mit vielen schönen Geschichten wieder nach Hause.

Ich danke dir, wenn du mein kleines Reise-Tagebuch bis hier hin gelesen hast und hoffe, dass es dir ein wenig Inspiration oder Unterhaltung bieten konnte.smile Mit diesem Artikel ist mein Au Pair - Blog abgeschlossen. Sollte ich aber noch einmal einen Reiseblog beginnen, werde ich ihn hier verlinken.

Also vielleicht bis bald! :)

#19 Mein letzter Tag als FSA :(

Freitag, 26.03.2021

Heute war mein letzter Tag als Fremdsprachenassistentin im Collège.

Ich habe die letzten Schultage noch einmal richtig genossen und war schon sehr traurig, dass es heute nachmittag dann endgültig vorbei war.

Gerade die Kleinen waren auch wieder super süß und wollten unbedingt ein letztes Mal "Die Jahresuhr" von Rolf Zuchowski singen. Ich glaube, so laut haben sie noch nie gesungen. laughing

Mit den Größeren habe ich Werwolf auf deutsch-französisch gespielt und den Mittleren hatte ich versprochen, dass wir in der letzten gemeinsamen Stunde eine Folge Naruto auf deutsch gucken. Das musste dann natürlich noch eingelöst werden.

Am Ende gab es dann jeweils ein bisschen deutsche Schokolade: Kinder Schokobons.tongue-out 

In der letzten großen Pause sagte mir die Deutschlehrerin, dass ich doch mal mit auf den Schulhof kommen sollte. Als wir dort ankamen, war ich so gerührt! Alle meine Deutschkurse hatten sich versammelt und warteten auf mich (natürlich mit Maske, Abstand und nach Klassen geordnet).

Auch die Schulleiterin kam wenig später dazu und überreichte mir als Dankeschön ein kleines Päckchen Schokolade von einem regionalen Chocolatier. Ich habe mich super doll darüber gefreut!

Und dann trat noch eine der 5. Klässler*innen vor und reichte mir ein Päckchen. Ich fragte, ob ich es direkt aufmachen sollte: "Ouuiiiii!!". Also öffnete ich das Geschenk und entgegen kam mir ein T-Shirt mit den Unterschriften jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers. Ich war vollkommen überwältigt.

Mit so einem Abschied hatte ich wirklich nicht gerechnet und ich wusste garnicht, was ich sagen sollte. Besser hätte mein Abschluss hier in Blois garnicht sein können.

#18 MONATSRÜCKBLICK #7

Samstag, 20.03.2021

Sieben Monate sind nun vergangen, seitdem ich in Frankreich angekommen bin. Sieben Monate mit vielen Höhen und Tiefen, aber vor allem einigen Erfahrungen, die mich in jedem Fall persönlich weitergebracht haben.

Wenn ich so zurückblicke, ist einfach so viel passiert. Ich kann manchmal garnicht glauben, dass ich nun doch ein halbes Jahr in Frankreich verbracht habe. Gerade in der ersten Hälfte war es ja oft nicht sehr einfach für mich, weshalb ich mein Au Pair Jahr im Dezember auch abbrechen wollte.

Ich Nachhinein bin ich aber super froh darüber, mich überwunden zu haben, noch länger in Frankreich zu bleiben.

Gerade die Arbeit im Collège als Teaching Assistant hat mich super viele neue tolle Erfahrungen machen lassen und mir vor allem sehr viel Spaß gebracht.

Diesen Monat habe ich zunächst 2 Wochen Urlaub gehabt, da Schulferien waren, und gleichzeitig seehr viel Zeit damit verbracht, meinen Masterbeginn zu organisieren. Es musste für die Wohnung vieles geklärt und mein Stundenplan erstellt werden. 

Außerdem hat es mich ganz schön Überwindung gekostet, mit meiner Gastfamilie über meine Pläne zu sprechen. Ich weiß auch garnicht wieso, weil ich im Dezember ja eigentlich schon gesagt hatte, dass ich wahrscheinlich nur bis April bleiben kann. 

Irgendwie war es trotzdem ein blödes Gefühl, meine Gastfamilie dann "im Stich" lassen zu müssen. Nach 2-3 Anläufen habe ich dann aber mit meiner Gastmama sprechen können und dann war auch alles okay.

In knapp 2 Wochen werde ich nun auf dem Weg nach Deutschland sein. Kurz danach wird dann auch mein Master beginnen. Es ging jetzt auf einmal doch alles so schnell und ich bin schon ein bisschen wehmütig, dass meine Zeit hier ein Ende hat.

Gleichzeitig freue ich mich natürlich auf den neuen Lebensabschnitt in einer neuen Stadt, an einer neuen Uni mit neuen Leuten. Ich bin sehr gespannt!:)

 

 

#17 Eine Ferienwoche in Paris

Freitag, 05.03.2021

Es sind Schulferien!! Das haben meine Au Pair Freundin und ich genutzt und sind für eine Woche nach Paris gefahren. :) ..alles natürlich Corona-konform.

Am Samstag ging es los von Blois nach Paris Austerlitz. Dort sind wir in die Wohnung meiner Gastfamilie gegangen und haben uns eine entspannte Woche fern von jeglichen Verpflichtungen gegönnt.

Auch, wenn man in Paris gerade nicht unbedingt mehr machen kann als in Blois, war es eine schöne Auszeit. Allein, dass wir eine ganze Wohnung für uns hatten, war sehr entspannt. Außderm war es cool, mal eine so lange Zeit dort zu bleiben. Normalerweise ging dies ja nur für ein Wochenende.

So haben wir uns aber eine entspannte Woche machen können und mussten uns keinen Zeitdruck machen. Wir haben viel Serien geguckt, sind spazieren gegangen, haben Sport gemacht und zusammen gekocht. Das ein oder andere Essen haben wir natürlich auch mal bestellt (die Pariser Auswahl muss man ja ausnutzen laughing). 

Heute ging es dann erholt wieder zurück nach Blois und ab Montag starten dann auch schon meine letzten Wochen als Au Pair..

#16 Ich habe eine Zusage!!

Freitag, 26.02.2021

Ich freue mich so sehr! Bei meinem Freund und mir hat alles mit unserem neuen (etwas spontanen) Plan geklappt und wir werden ab dem Sommersemester 2021 schon mit dem Studium anfangen. 

Eigentlich wären wir erst zum Wintersemester in eine neue Stadt zum Studieren gegangen. Aber da mit Corona vieles nicht so geworden ist, wie gedacht, haben wir uns einfach mal zum Sommersemester beworben.

Es passte so auch ganz gut, da er noch eine Fortbildung fertig machen konnte und ich trotzdem noch ein wenig Zeit im Ausland habe.

Im April wird es für mich dann Zeit sein, Abschied zu nehmen und dieses Auslandskapitel abzuschließen. Irgendwie bin ich schon traurig darüber. Andererseits freue mich aber auch total darauf, meinen Freund wieder bei mir zu haben und eine tolle aufregende Zeit in einer neuen Stadt zu verbringen.

Ich denke, dass ich trotz Corona eine gute Zeit als Au Pair hatte. Es war natürlich nicht genau so, wie ich es mir gewünscht hatte und oft war ich deswegen auch sehr enttäuscht. Auf der anderen Seite versuche ich mir aber immer wieder deutlich zu machen, was für ein Glück ich habe, das alles erleben zu dürfen.

Ich habe hier eine tolle neue Freundin gefunden, konnte in einer Schule arbeiten, habe viele schöne Orte entdeckt, durfte den ganzen Tag Französisch sprechen und habe den französischen Alltag kennengelernt.

Das alles wird mir auch für mein Masterstudium (Französisch) sehr weiterhelfen. Außerdem musste ich lernen, flexibel auf externe Veränderungen zu reagieren und Dinge, die ich nicht ändern kann, zu akzeptieren.

Gerade der Fakt, dass mich niemand besuchen konnte, hat mich am Anfang sehr runtergezogen. Es wäre einfach schöner gewesen, meine Lieben zumindest einmal da haben zu können.. Mittlerweile habe ich dieses Kapitel jedoch abgehakt und rege mich nicht mehr darüber auf. Das ist zur Zeit eh meckern auf sehr hohem Niveau. 

Ich freue mich nun auf die Zeit, die in der neuen Stadt auf mich wartet!

#15 MONATSRÜCKBLICK #6

Samstag, 20.02.2021

Dies ist nun bereits mein sechster Monatsrückblick. Die letzten vier Wochen habe ich sehr ruhig verbracht und gleichzeitig doch ein paar neue Orte entdeckt.

Bisher sind wir hier in Frankreich von einem weiteren Lockdown verschont gelieben. Es gibt weiterhin eine Ausgangssperre von 6 bis 18 Uhr, Cafés und Restaurants dürfen nur außer Haus verkaufen und kulturelle/sportliche Einrichtungen bleiben geschlossen.

Die Schulen sind allerdings alle geöffnet und es gibt keinen maximalen Radius mehr, in dem man sich nur bewegen darf.

Daher konnte ich mit dem anderen Au Pair aus meiner Gegend schon ein paar schöne Ausflüge nach Orléans, Tours und Amboise machen. Wir haben uns verschiedene Schlösser angesehen und sind durch die Innenstädte geschländert.

Zur Zeit haben die meisten Geschäfte Sale-Angebote, weshalb shoppen gehen gleich doppelt so viel Spaß macht.tongue-out

Mit den Jungs macht es weiterhin sehr viel Spaß. Wie ich mir schon gedacht hatte, ist nach den ersten Wochen natürlich wieder der Alltag und damit manche anstrengende Situation eingekehrt. Aber alles in allem gefällt es mir hier in meiner Gastfamilie gerade sehr gut.

Auch meine Arbeit in der Schule ist immer noch richtig cool. Viele Schüler*innen freuen sich richtig darauf, mit mir deutsche Spiele zu spielen oder Lieder zu singen. Die Deutschlehrerin hat mir letzte Woche erzählt, dass auch schon von einigen Eltern positive Rückmeldung zu meinem Unterricht kam.

Das freut mich natürlich sehr doll und motiviert mich, die verbliebenen Wochen weiterzumachen. 

Nun sind allerdings erst einmal 2 Wochen Ferien, was mir auch Zeit gibt nochmal durchzuschnaufen und mir neue Unterrichtsinhalte zu überlegen.

Wielange ich dann noch in Frankreich bleibe, ist bisher nicht geklärt. Wahrscheinlich wird sich das innerhalb der nächsten zwei Wochen ergeben und dann werde ich hier im Blog über meine weiteren Pläne schreiben.

Also bis dahin! Und bleib gesund :)

#14 MONATSRÜCKBLICK #5

Samstag, 23.01.2021

Und schon wieder ist ein Monat vergangen. Ich habe die Zeit in Deutschland bei meiner Familie noch sehr genossen, aber freue mich nun auch wieder zurück in Frankreich zu sein. Die erste Woche hier ist wirklich richtig gut verlaufen.

Au Pair Jahr unter schwierigen Bedingungen

Silvster und die ersten Tage/Wochen im Januar habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht und vereinzelt meine Freunde getroffen. Wegen der ganzen Maßnahmen konnte man ja auch nicht viel Anderes unternehmen.

Ich habe trotzdem gemerkt, dass die etwas längere Auszeit wichtig für mich war, um Kraft zu tanken und neue Energie für den zweiten Teil meines Auslandsaufenthalts zu haben. Die normalerweise angedachten 2 Wochen Urlaub hätten mir in der aktuellen Situation nicht ausgereicht.

Allein schon wegen der 5 Tage Quarantäne habe ich sehr viel Zeit verloren und noch isolierter als im Lockdown in Frankreich leben müssen. Dort hatte ich zumindest meine Gastfamilie um mich herum.

Rückblickend habe ich gemerkt, dass die ganzen Einschränkungen sehr an meinen Nerven gezehrt haben. Es war doch etwas schwer in einem fremden Land im Lockdown zu sitzen und 24/7 mit eigentlich fremden Menschen zu verbringen.

Daher bin ich sehr dankbar, dass meine Gasteltern mir die Zeit gegeben haben und ich zwei weitere Wochen in Deutschland bleiben konnte. Nun bin ich wieder richtig motiviert und mental auch auf vielleicht weitere Lockdowns vorbereitet.

Meine erste Arbeitswoche in 2021

Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht bin wie gut die erste Woche zurück in meiner Gastfamilie verlaufen ist. Nicht, dass ich das komplette Gegenteil erwartet hatte. Aber die Kinder waren super lieb und offenherzig zu mir und auch meine Gasteltern haben mich wieder richtig nett empfangen.

Wir haben uns viel über das unterhalten, was in den Ferien so passiert ist und uns alle sehr gut verstanden. So konnte ich dann leicht in die erste Arbeitswoche starten.

Und auch da fand ich es manchmal sogar richtig komisch wie einfach alles lief. Ich bin sehr gespannt, ob das in den nächsten Wochen so bleibt oder ob es mit dem Alltag auch wieder schwierigere Phasen geben wird.

Gerade genieße ich es auf jeden Fall eine so entspannte Zeit mit den Jungs zu verbringen und bin ganz gespannt, was in den nächsten Wochen noch alles passieren wird.

#13 Zurück in Frankreich

Sonntag, 17.01.2021

Gestern bin ich nach langer Anreise wieder in Frankreich bei meiner Gasfamilie angekommen. Ich fühlte mich dort sofort wieder wohl und freue mich nun doch zurück zu sein.

Los ging es gestern Morgen um 9 Uhr. Mein Freund hat mich zum Flughafen Hamburg gebracht und dann bin ich von dort direkt nach Paris geflogen. Der Flug hat sich allerdings sehr verzögert, da es schon in Hamburg einige Probleme gab und es in Paris so sehr geschneit hat, dass dort alle Flüge in Verzug gekommen sind.

In Paris habe ich mir dann erstmal ein leckeres Croissant gekauft und mich auf den Weg zur Tram Richtung Paris Centre gemacht. Nach ein wenig Suchen habe ich die Tram dann auch gefunden und es ging weiter ins Zentrum. 

Ich muss schon sagen, dass es am Flughafen ein bisschen unheimlich war, weil nur so wenig los war. Manchmal war ich mir unsicher, ob ich den richtigen Weg gewählt hatte, weil ich einfach keine Menschenseele gesehen habe. laughing

Letztendlich habe ich es jedoch geschafft und konnte mich von der Station "St.-Michel-Notre-Dame" zum Gare d'Austerlitz begeben. Ich war schon super froh, als ich mich durch den Stadtdschungel gekämpft hatte. Doch nun musste ich es noch mit dem Zug nach Blois schaffen.

Voller Tatendrang ging ich zum Automaten, um mir ein Zugticket zu holen. Das hatte beim letzten Mal auch super geklappt. Dieses Mal wollte er jedoch meine Bankkarte nicht akzeptieren... wieso auch immer. Ich ging also zur Billeterie und holte mir dort ein Ticket am Schalter.

Ich hatte noch 7 Minuten, um den nächsten Zug zu bekommen. Also lief ich schnell zum Gleis (es war natürlich das am weitesten entfernte Gleis am Bahnhof...) und schaffte es gerade so in den Zug. Ich war heilfroh und freute mich nurnoch auf mein warmes Bett zu Hause.

Da es aber so sehr in Paris schneite, musste ich auf mein kuscheliges Bett noch ein wenig warten. Der Zug stoppte mindestens 3 Mal wegen Verkehrsbehinderungen und fuhr dann Stück für Stück im gefühlten Schritttempo weiter.

Ich dachte schon, ich würde nie in Blois ankommen. Meine nächste Zugverbindung in Orléans hatte ich schon längst verpasst. Es kam eine Durchsage, dass es in 40 Minuten einen zweiten Zug geben würde, der nach Blois fuhr. Völlig müde stieg ich beim nächsten Halt aus... kurz darauf merkte ich: Es war nicht Orléans. 

Ich bin eine Station zu früh ausgestiegen. Das konnte doch nicht war sein. Nun stand ich da allein in der Eiseskälte und hoffte darauf, dass hier irgendein Zug halten würde, der mich nach Blois brachte. 

Und ich hatte Glück. Nach 20 Minuten kam der Zug, der mich dann endlich in mein kleines Au Pair- Städtchen brachte. Die beiden jüngeren Jungs und mein Gastpapa holten mich vom Bahnhof ab und haben mich direkt sehr nett empfangen.

Zu Hause musste ich mit den Jungs schnell noch eine Runde Mario Kart spielen, was sehr viel Spaß gebracht hat. Es gab danach Muscheln und Fritten zum Abendessen und wir haben uns über alles Mögliche ausgetauscht. Später bin ich dann aber nurnoch müde in mein Bett gefallen und auch sehr schnell eingeschlafen.

#12 MONATSRÜCKBLICK #4

Samstag, 26.12.2020

Frohe Weihnachten! Und willkommen zu meinem Monatsrückblick Nummer 4. Ich bin nun schon einige Zeit wieder in Deutschland und habe Dank des Abstands zu meinem Au Pair Leben in Frankreich Vieles überdenken können.

Die letzten Wochen in meiner Gastfamilie waren dann doch irgendwie wieder cool. Ich habe gemerkt, dass sie sich wirklich Mühe gegeben haben, mir eine tolle Zeit zu ermöglichen. Ich hatte ja immer Angst, dass genau das Gegenteil eintritt, wenn ich meinen Gasteltern sage, dass ich vielleicht nicht das ganze Jahr bleibe.

Sie haben mir aber in den letzten Tagen mehr Freiraum gegeben und waren gefühlt auch allgemein lockerer drauf. Meine Gastmama hat außerdem versucht, mich zu überzeugen, in der Familie zu bleiben. Letztendlich sind wir nun ja auch so verblieben, dass ich (irgendwann) im Januar erstmal wiederkomme. Was das genaue Datum angeht, waren sie netterweise sehr offen. 

Am 17. Dezember bin ich mit dem ICE in Deutschland angekommen. Ich habe mich dann direkt in Quarantäne begeben. Eine Freundin war so lieb, mir dafür ihre 1-Zimmer-Wohnung zur Verfügung zu stellen. 5 Tage und einige Stunden Netflix-Konsum später durfte ich dann endlich den zweiten Test machen lassen - er war negativ. innocent 

Also konnte ich endlich meine Freunde und Familie wiedersehen. Es war ein schönes Gefühl wieder "richtig" zu Hause zu sein und ich habe diese Zeit erst einmal einfach genossen. 

Natürlich kamen dann trotzdem die Fragen: Und, wie geht es für dich weiter? Wann fährst du zurück? Weißt du denn nun schon wielange du in Frankreich bleiben möchtest?

Und ich wusste darauf selbst keine Antwort. Ich habe aber gerade in der Zeit allein in Quarantäne gut über die vergangenen Monate nachdenken können. So haben sich für mich einige Pro's und Con's ergeben, die ich nun noch gegenüberstellen und bewerten muss.

Mit Abstand betrachtet fallen mir vor allem die positiven Dinge wieder mehr ins Auge. Vor Ort, wo ich oft einfach keine Lust mehr auf meine Situation hatte, habe ich die guten Seiten häufig ausgeblendet. 

Andererseits will ich die negativen Seiten auch nicht herunterspielen... Ich tue mich schwer mit meiner Entscheidung.

Mitte Januar geht es zurück nach Frankreich. Vielleicht sagt mir mein Bauchgefühl dann, was das Beste für mich ist.

 

#11 Driving Home For Christmas

Mittwoch, 16.12.2020

Heute geht es eendlich zurück zu meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland. Ich habe alle sehr vermisst und freue mich darauf, schöne (wenn auch besondere) Feiertage zu verbringen.

Heute Abend fahre ich dafür zunächst nach Paris und übernachte dort. Morgen geht es dann wirklich nach Deutschland. Ich habe heute Morgen noch einen Corona-Test gemacht, der zwar nicht verpflichtend war, mir jedoch ein besseres Gefühl gibt.

Ich werde mich in Deutschland zudem in Selbst-Quarantäne begeben und einen zweiten Test machen. So kann ich Weihnachten dann entspannt mit meiner Familie verbringen und muss keine Angst haben, wegen meiner Einreise Leute anzustecken.

Da nun auch in Deutschland ein Lockdown herrscht, werden wir Weihnachten und Silvester nur in sehr kleinem Rahmen verbringen. Für mich ist das okay. Ich freue mich einfach darauf, meine Liebsten wiederzusehen.